Mit ihrem EU-Sparkommissar für Griechenland war Angela Merkel gescheitert. Der Vorschlag eines Sperrkontos stößt hingegen auf Gegenliebe. Nicolas Sarkozy ist bereits auf ihrer Seite - und nun signalisiert auch Eurogruppenchef Juncker sein d'accord.
Altersarmut: Vorsorge tut not
In den letzten Tagen ging es durch alle Medien: Vor allem jungen Menschen droht später in der Rente die Altersarmut. Das hat eine Studie im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment ergeben. Heute geht es in meiner Kolumne um die Frage, was Sie tun können, um vorzusorgen.
Vielleicht haben Sie in zahlreichen Zeitungen (WELT, FAZ, Bild etc.) auch die bunte Deutschlandkarte gesehen. Demnach ist die Gefahr in Baden-Württemberg und Bayern am höchsten, in die Altersarmut zu rutschen. Dieses seltsame Ergebnis erklärt sich wohl eher aus der europäischen Definition von Altersarmut. Davon betroffen ist demnach, wer in der Rente weniger als 60 Prozent seines ursprünglichen Einkommens erhält.
Hier wurde offenbar nicht berücksichtigt, dass in wirtschaftsstarken Süddeutschland die Einkommen höher sind als im Norden. Ebenso wenig fand offenbar der Umstand Berücksichtigung, dass die Menschen teilweise schon mit einem Eigenheim oder mit privatem Vermögen (etwa einem Aktiendepot) fürs Alter vorsorgen. Am besten sah es laut Landkarte in den neuen Bundesländern aus. Vielleicht auch deswegen, weil hier der Altersdurchschnitt höher ist und die Menschen, die kurz vor der Rente stehen, noch auf höhere Auszahlungen hoffen dürfen als diejenigen, die erst nach Jahren oder Jahrzehnten in Rente gehen.
Trotzdem bleibt die Kernaussage wahr: Verlassen Sie sich nicht auf die gesetzliche Rente. Denn mit einer Rentenzahlung von vielleicht 30 bis 40 Prozent Ihres letzten Gehaltes werden sie nicht glücklich. Private Vorsorge empfiehlt sich tatsächlich. Rund 10 Prozent Ihres Einkommens sollten Sie dafür einplanen (wobei ich das Abzahlen eines Immobilienkredits bei der Vorsorge mitrechnen würde).
Was lohnt für die Altersvorsorge? Nur als grobe Orientierung: Mit einer Riester-Rente liegen Sie meist nicht schlecht. Vor allem nicht, wenn Sie Kinder haben. Dann erhalten Sie neben der Grundzulage vom Staat noch die Kinderzulagen. Das lohnt sich. Sinnvoll sind vor allem Riester-Banksparpläne (wenn Sie es nicht mehr weit bis zur Rente haben) und Riester-Fondssparpläne (wenn bis dahin noch mindestens zwei oder drei Jahrzehnte vergehen).
Eine Rürup-Rente ist nur selten ratsam. Sie beruht allein auf einem Steuerspar-Effekt und lohnt sich meist nur für Gutverdienende im fortgeschrittenen Alter.
Aber eine betriebliche Direktversicherung kann sinnvoll sein. Allerdings wäre das nicht meine erste Wahl. Versicherungen kosten immer Gebühren. Die werden abgezogen, nur der Rest wird investiert. Das heißt, die Zinsen auf die Sparsumme sind meist nicht allzu üppig. Immerhin sind unter den Direktversicherungen viele günstige Anbieter. Wenn Ihr Arbeitgeber einen Gruppentarif abgeschlossen hat, ist die Chance sogar noch größer.
Wovon ich Ihnen abrate, sind Kapitallebensversicherungen. Also Versicherungen, die einerseits den Hinterbliebenen im Todesfall etwas auszahlen, andererseits aber auch bei Fälligkeit die Zahlung einer bestimmten Summe vorsehen. Hier kann man fast pauschal sagen: Solche Policen sind unrentabel und daher nicht empfehlenswert.
Ans Herz lege ich Ihnen aber das regelmäßige Sparen, vor allem, wenn Sie jünger sind. Dann ist ein Fondssparplan (auch ohne Riester-Förderung) sinnvoll. Sie kaufen für einen bestimmten Betrag, beispielsweise 50 Euro im Monat, Fondsanteile. Ist der Fondspreis hoch, werden wenige Anteile gekauft, ist er niedrig, entsprechend mehr. Das heißt, Sie kaufen im Durchschnitt günstig ein. In einen solchen Fondssparplan können Sie beliebig einzahlen. Sie können Ihre Sparraten herauf- oder herabsetzen, wenn sich Ihre Einkommensverhältnisse ändern. Oder ganz aussetzen, wenn das Geld einmal knapp wird. Wenn die Rente allmählich naht, schichten Sie nach und nach um in sichere Anlagen (z. B. auf ein Zinskonto). Der Effekt ist wirkungsvoll: Jahrelanges Sparen sichert Ihnen eine Zusatzrente, die die Lücke im Alter schließt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!
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